Haus des Dichters

Südwestlich der Ortschaft Weilbach erhebt sich aus Feld, Wiesen  und Wald ein exponierter Hügel empor. Der ortansässigen Bevölkerung und den regelmäßigen Regionalparkbesuchern ist der Hügel samt ungewöhnlich anmutender Bebauung als sogenanntes „Haus des Dichters“ bekannt. In der Vergangenheit wurde an beschriebener Stelle Kies gewonnen. Die Grube wurde abschließend Anfang der 1990er Jahre mit Erdmaterial verfüllt und überformt. Mit der Gründung des Regionalpark Rheinmain und der damit verbunden Regionalisierung bzw. Eventisierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach wurde das Projekt „Haus des Dichters“ ins Leben gerufen.

Abseits der Aufgabe als kreative Landmarke zu Ehren des Dichterfürsten  Johann Wolfgang von Goethe, deren Inhalt hier ausführlich behandelt wird, erfüllt das Projekt weitere Funktionen. Aus naturschutzfachlicher Sicht stellt das Areal aufgrund seiner trockenen, mageren und extensiv bewirtschafteten Wiesen einen artenreichen Standort dar. Der Erhalt dieses schutzwürdigen Kulturraumes setzt intensive Landschaftspflege voraus. Die Pflege wird durch regionale Schafhalter betrieben, deren Schafherden für die periodisch erforderliche Mahd sorgen. Das Projekt „Haus des Dichters“ zeigt, dass Synergien zwischen Naherholung, agrarökonomische Landnutzung, Landschaftspflege und Entwicklung in stark verstädterten Agglomerationen erfolgreich genutzt werden können.

Textquelle: Nikolas Kramer 2019

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